In der Eishockey-Bayernliga geht es für den EHC Waldkraiburg am kommenden Wochenende gleich zweimal gegen die EA Schongau. Die „Mammuts“, wie sich die Schongauer nennen, reisen am Freitag zum um 19:00 Uhr beginnenden Heimspiel in die Raiffeisen-Arena, während der EHC am Sonntag um 17:30 Uhr in Schongau antreten wird. Hintergrund dieser ungewöhnlichen Terminfolge ist der Modus der Mini-Abstiegsrunde, in der mittlerweile die Halbzeit erreicht ist und die Paarungen nun in umgekehrter Reihenfolge ausgetragen werden.
Für die Löwen dürfte auch das kommende Wochenende erneut von Entbehrungen geprägt sein. Zuletzt lief der EHC in Geretsried mit lediglich 13 Feldspielern plus zwei Torhütern auf. Mit den Ausfällen von Nico Vogl, Jakub Šrámek, Andris Džeriņš und Daniel Hora fehlten den Waldkraiburgern dabei nicht nur vier absolute Führungsspieler auf dem Eis, sondern zugleich satte 226 Scorerpunkte, die dieses Quartett in der laufenden Saison gemeinsam gesammelt hatte. Ob sich einer dieser Leistungsträger für das anstehende Doppel-Wochenende zurückmelden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Zusätzlich muss Trainer Jürgen Lederer aller Voraussicht nach auch auf Leander Ruß verzichten. Ruß, der nach einem unnötigen Check gegen ihn mittlerweile wieder auf dem Damm und auf dem Weg der Besserung ist, dürfte den Löwen nach diesem einschneidenden Erlebnis dennoch für unbestimmte Zeit fehlen. Ein weiterer schmerzlicher Ausfall, gerade mit Blick auf die ohnehin dünn besetzte Offensive.
Schongau hingegen trat zuletzt mit 18 Feldspielern und zwei Torhütern in Amberg an und konnte damit auf deutlich mehr personelle Alternativen zurückgreifen als der EHC in den vergangenen Spielen. Auch wenn die Topkräfte der Mammuts – darunter Freidenfelds, Krabbat, Lukáš Škvarek oder der Kanadier Kurt Sonne – gegen Amberg nicht erfolgreich waren, strahlten sie dennoch jederzeit die nötige Torgefahr aus und hielten die gegnerische Defensive konstant unter Druck.
Grundsätzlich stehen die Mammuts jedoch vor derselben Situation wie die Löwen: Sie sind zum Siegen verdammt. Sowohl gegen Geretsried als auch gegen Amberg musste Schongau zuletzt Niederlagen hinnehmen. Selbst die Tordifferenz von minus fünf teilen sich die Mammuts aktuell mit den Waldkraiburgern. Um sich überhaupt noch eine realistische Chance auf einen der beiden ersten Tabellenplätze und damit den direkten Klassenerhalt zu bewahren, muss das kommende Wochenende für Schongau wie für Waldkraiburg erfolgreich verlaufen.
Ein Blick auf die Abschlusstabelle der Hauptrunde zeigt, dass Schongau für die Löwen auf dem Papier den schwersten Gegner in dieser Abstiegsrunde darstellt. Die Mammuts beendeten die reguläre Saison auf Rang elf, während Amberg (15.) und Geretsried (13.) in diesem Vergleich deutlich weiter hinten zu finden waren.
Doch dass Tabellenplatzierungen allein kein Eishockey spielen, erfahren die Löwen in diesen Wochen schmerzhaft am eigenen Leib. Zwar konnte man dem Team den Kampfgeist und den Willen zuletzt – insbesondere am vergangenen Sonntag in Geretsried – keinesfalls absprechen, doch fehlt es ohne die genannten Leistungsträger schlicht an Durchschlagskraft. Eingespielte Mechanismen, etwa zwischen Nico Vogl und Jakub Šrámek, greifen derzeit ebenso wenig wie die klugen, spielöffnenden Pässe eines Andris Džeriņš, der es immer wieder verstand, seine Mitspieler in Szene zu setzen.
Ob es den Löwen gelingt, diese Ausfälle am kommenden Wochenende besser zu kompensieren, werden die Fans des EHC Waldkraiburg nun direkt auf dem Eis beobachten können. Ebenso wird sich zeigen, ob sich der EHC weiterhin eine realistische Chance auf den sicheren Klassenerhalt wahren kann – oder ob man sich bereits mit dem Gedanken an die Play-downs auseinandersetzen muss.Eines jedoch bleibt sicher: Für Spannung können sie sorgen, die Löwen.
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Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends