Zwei Spiele sind gespielt, die Serie steht 1:1 – und trotzdem fühlt sich diese Ausgangslage aus Waldkraiburger Sicht irgendwie schief an. Nicht, weil das Ergebnis falsch wäre, sondern weil der EHC in beiden Partien über weite Strecken das bessere Team war. Acht Tore im ersten Spiel, klare Kontrolle über große Phasen auch im zweiten – und dennoch steht man jetzt wieder bei null. Genau das macht die kommenden Tage so entscheidend.
Gleich drei Spiele stehen für den EHC Waldkraiburg in nur fünf Tagen an und in allen dieser drei Partien wünschen sie sich einen Sieg. Am Freitag startet die gewünschte Siegesserie um 19:00 Uhr in der heimischen Arena, bevor die Serie am Sonntag um 17:30 Uhr in Pfaffenhofen halt macht. Läuft alles nach Plan, so würden die Löwen am kommenden Dienstag, ebenfalls um 19:00 Uhr, den Sack zumachen können und den Klassenerhalt feiern. Bis dahin ist es jedoch ein weiter weg, wie wir aus den vergangenen zwei Spielen lernen können.

Der Auftakt am Freitag war nahezu ideal. Waldkraiburg spielte zielstrebig, konsequent und vor allem effizient. Chancen wurden genutzt, Fehler des Gegners bestraft, und offensiv lief vieles so, wie man es sich vorstellt. Dass am Ende ein deutliches 8:2 stand, war die logische Konsequenz eines Auftritts, in dem die Löwen von Beginn an die Richtung vorgaben. Gerade die ersten Minuten im zweiten Drittel, dieser Doppelschlag innerhalb von Sekunden, waren sinnbildlich für das, was an diesem Abend funktionierte.

Spiel zwei hat dann gezeigt, woran es noch fehlt. Nicht an der Spielanlage, nicht an der Kontrolle – sondern an der Konsequenz. Waldkraiburg war auch in Pfaffenhofen über lange Strecken die aktivere Mannschaft, hatte mehr vom Spiel, mehr Zeit im Angriffsdrittel und insgesamt die klarere Linie. Was fehlte, war die letzte Genauigkeit im Abschluss. Während die Löwen Chancen liegen ließen, nutzte Pfaffenhofen seine Möglichkeiten eiskalt. Drei Tore durch Seidel, dazu ein Empty-Netter – und plötzlich steht ein 2:4, das sich so auf dem Eis nicht wirklich angedeutet hat, aber am Ende eben zählte.

Genau darum geht es jetzt. Die Löwen müssen nichts grundsätzlich ändern, sie müssen es besser zu Ende spielen. Die Serie zeigt bislang ziemlich deutlich, dass Waldkraiburg in der Lage ist, das Spiel zu bestimmen. Aber bestimmen allein reicht nicht. Es geht darum, sich für den Aufwand zu belohnen und die Phasen, in denen man überlegen ist, auch in Tore umzumünzen. Dies gilt unter anderem auch für die Power-Play-Effizienz, wo man am Sonntag erneut Licht und Schatten sah.

Die nächsten drei Spiele geben dabei die Richtung vor. Am Freitag zuhause, am Sonntag auswärts und am Dienstag wieder in der Raiffeisen-Arena – und dieses fünfte Spiel könnte im besten Fall schon das letzte der Serie sein. Voraussetzung ist klar: drei Siege. Keine Rechenspiele, keine Hintertür. Wenn die Löwen diese drei Spiele ziehen, ist der Klassenerhalt fix.

Ein Faktor könnte dabei die personelle Situation werden. Philipp Lode, der am Sonntag noch Grund für eine Hiobsbotschaft war, konnte in dieser Woche Positives vermelden. Ein Einsatz von ihm ist jedoch noch nicht gesichert. Allein das würde dem Angriff zusätzliche Optionen geben. Dazu kommt die Situation rund um die OansBee: Durch deren Ausscheiden könnten weitere Spieler verfügbar werden, was gerade in dieser Phase der Serie nochmal wichtig werden kann. Mehr Tiefe, mehr Möglichkeiten, mehr Variabilität.

Unterm Strich bleibt es aber simpel. Waldkraiburg hat in beiden Spielen gezeigt, dass sie die bessere Mannschaft sein können – jetzt müssen sie es auch auf der Anzeigetafel sein. Pfaffenhofen wird wieder auf seine Chancen lauern, wird versuchen, mit Effizienz und Nadelstichen zum Erfolg zu kommen. Genau darauf müssen die Löwen vorbereitet sein.

Es ist alles angerichtet für ein intensives verlängertes Eishockey-Wochenende. Und es ist eine Situation, in der sich entscheidet, ob eine schwierige Saison noch in die richtige Richtung gedreht wird. Die Grundlage ist da. Jetzt geht es darum, entschlossen den nötigen Schritt zu machen.

Foto: Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends