Geschafft! Die Roten Raben haben eine kräftezehrende Saison mit dem verdienten Meistertitel gekrönt. In ihrer zweiten Spielzeit in der Sparda 2. Liga Pro dominierte das Team eindrucksvoll das Geschehen – und kehrt nun zurück in die erste Volleyball-Bundesliga, wo es in der kommenden Saison wieder auf Punktejagd gehen wird.
Zum Abschluss der Saison musste die Mannschaft von Erfolgstrainer Guillermo Gallardo noch einmal auswärts antreten – beim Tabellendritten VfL Oythe. Dort setzte es mit einem 0:3 zwar eine der wenigen Niederlagen dieser Spielzeit, doch dieser kleine Wermutstropfen konnte die überragende Bilanz nicht trüben: 26 Siege aus 28 Spielen und lediglich elf abgegebene Sätze sprechen eine deutliche Sprache. Mit sieben Punkten Rückstand folgt NawaRo Straubing auf Rang zwei, während Oythe sich mit 69 Punkten den dritten Platz sicherte.
„Wir haben in den entscheidenden Spielen die entscheidenden Punkte geholt. Deshalb sind wir auch verdient Meister geworden“, resümierte Gallardo nach der Partie. Mit dem Ergebnis war er naturgemäß nicht zufrieden – denn der Argentinier will immer gewinnen. Dennoch ordnete er ein: Dieses Spiel habe „eigentlich keine Bedeutung mehr“ gehabt.
Für die Gastgeberinnen aus Oythe sah das ganz anders aus. Vor rund 350 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Halle in Vechta wollten sie dem Meister noch einmal alles abverlangen – und genau das taten sie auch. Von Beginn an präsentierten sie sich bissig, hochmotiviert und voller Energie. „Alle Spielerinnen waren heiß“, stellte auch Gallardo fest. Gleichzeitig musste er seiner eigenen Mannschaft attestieren, dass sie „heute nicht auf Spitzenniveau agiert hat“.
Der erste Satz verlief zunächst ausgeglichen, erinnerte an das Hinspiel in Vilsbiburg – diesmal jedoch mit dem besseren Ende für Oythe. Mit druckvollen Aufschlägen setzten die Gastgeberinnen die Annahme der Roten Raben früh unter Druck, auch im Block agierten sie stark. So ging der erste Durchgang mit 22:25 verloren.
Mit diesem Rückenwind spielte sich Oythe regelrecht in einen Rausch. Auch im zweiten Satz bestimmten sie das Geschehen, setzten sich zwischenzeitlich deutlich ab und entschieden ihn schließlich mit 25:18 für sich.
Doch ganz kampflos wollten sich die Roten Raben nicht verabschieden. Im dritten Satz stemmten sie sich noch einmal mit aller Kraft gegen die Niederlage, kämpften sich heran und brachten Oythe ins Wanken. Es war ein offener Schlagabtausch – doch am Ende fehlte das letzte Quäntchen. Mit 21:25 ging auch dieser Satz verloren, das Spiel endete mit 0:3.
Raben-Kapitänin Pia Fernau zollte dem Gegner Respekt: „Wir müssen die starke Leistung von Oythe anerkennen.“ Gleichzeitig verwies sie auf die schwierige personelle Situation. Das Fehlen von Mittelblockerin Nadine Burbrink und Außenangreiferin Crystal Burk habe sich deutlich bemerkbar gemacht.
Gerade der Ausfall von Crystal Burk wog schwer. Die US-Amerikanerin war aus privaten Gründen bereits vorzeitig in ihre Heimat zurückgekehrt – und hinterließ eine spürbare Lücke. Erst in ihrem Fehlen wurde deutlich, wie wertvoll ihre Qualität und Führungsstärke für das Team waren.
Nun heißt es für die Roten Raben erst einmal durchatmen. Nach einer langen und intensiven Saison geht es in die wohlverdiente Sommerpause – bevor im August die Vorbereitung auf die neue Herausforderung in der ersten Bundesliga beginnt.
Text: Harald Schwarz
Foto: Hermann Boxleitner